meine These seit Jahren: Auf der Datenautobahn sind wir noch lange nicht, im Moment stehen wir (wenn es gut läuft) auf dem Status Römerstraße / Ochsenkarren...

Oh Mann es ist soo anstrengend. Homebanking. Sollte doch schon etwas ausgereifter sein... kenne es noch aus Bildschirmtext-Zeiten... die Älteren unter uns erinnern sich... Also ich bekomme eine E-Mail von einem großen Versandunternehmen, sie hätten gerne Geld von mir. Sollen sie haben! In der E-Mail ist die IBAN. Immerhin ohne Leerzeichen, so dass ich nur doppelklicken-und-dann-kopieren muss um sie in das Homebanking einzugeben. Ich mag die IBAN, sie spart einen Arbeitsgang (mit Kontonr. und Bankleitzahl, die Älteren... egal, jedenfalls da war es ein Schritt mehr.) Der Firmenname ist ebenso schnell kopiert und eingefügt, nur beim Verwendungs--- HALT NEIN EMAIL PROGRAMM DAS IST DER VERWENDUNGSZWECK UND IST ZWAR EINE NUMMER ABER DIE FÄNGT NICHT MIT EINER NULL AN UND IST KEINE TELEFONNUMM... zu spät, das E-Mail Programm hat voll Diensteifer den Verwendungszweck als Telefonnummer erkannt und versucht nun im Hintergrund, dort anzurufen. Kurz dem Telefon den Saft abdrehen und die Nummer vorsichtig... ganz vorsichtig... kopiert und gepasted. Um keine Zahlendreher zu machen, kopiere ich auch den Betrag und füge ihn in das vorgesehene Feld ein. Puh. Nur kurz bestätigen und ... Halt, Fehlermeldung. Was ist passiert? Also zunächst einmal hat das große Versandunternehmen ein Tochterunternehmen in Luxemburg, auf dessen Konto ich bitte das Geld überweisen möchte. Sicherlich völlig legitim! Allerdings ist die Rechtsform eine Luxemburgische GmbH, und auf Luxemburgisch wird das nun mal S.à.r.l. abgekürzt, und eine Deutschen Bankingsoftware braucht man mit solchen welschen Sachen wie einem accent grave nicht zu kommen, fairerweise mit solchen Urdeutschen Sachen wie ß auch nicht. Die Mutter des Versandunternehmens hingegen ist Amerikanisch und dort gibt es wiederum diese kleine Sache mit dem decimal point wo bei uns das Komma steht, das hat man für die Luxemburgische Tochter und ihren Rechnungsversand einfach mal so übernommen und auch hier ist die Deutsche Bankingsoftware nicht willens den Betrag von 12.60 als 12,60 zu erkennen (erinnert mich daran als die Software mal einen Betrag von 12,9 als 1,29 interpretiert hat, aber das ist ein anderer Rant...).

Vor einiger Zeit habe ich das mit den Römerstraßen aufgeschrieben, am Beispiel von tatsächlichen Römerstraßen, im Schwesterblog @digitalisat, und ich finde der Text ist immer noch seiner Zeit weit voraus (tja).